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| Rose Ausländer:
Ein Mensch wandert Von Land zu Land Van Stadt zu Stadt Er sucht einen Ort Ohne
Streit ohne Hass Ruhelos Wandert er Durch die Welt Und sucht Ein Märchen Gib mir Den Blick Auf das Bild Unser Zeit Gib mir Worte Es nachzubliden Worte Stark Wie der Atem Der Erde Du spürst nicht Dass der Schnee der Jahre In dein Haar fällt Und merkst nicht Wie die Sonne Deinen Weg verbrennt Im Licht Schwimmst du hinaus ins Meer Verstehst dich mit Delphinen Und merkst nicht Dass das Wasser finster wird Kommst zurück zur Erde Die du liebst Und merkst nicht dass sie Weggewandert ist Und du an ihrem Rand stehst Du steigst hinauf Zum schneebestirnten Gipfel Bewunderst das Panorama Unten das grüne Tal Und merkst nicht Dass ein Grab geschaufelt wird Onzichtbare bruggen zijn gespannen van jou tot mensen en dingen van de lucht tot jouw adem Met bloemen spreken als met mensen waar je van houdt In het ademhuis wonen een
mensenbloementijd. Vol verwondering uit de slaap ontwaakt wimpers vol rijp van droom en legende niet gewond geraakt door sterkere sterren (de toekomstige broers en zussen) zuiver als licht in kristal: avondster ‑ eerste poging om een licht te zijn tussen dag en nacht. Nu komen ze het donker doorsteken omvrienden je Stoort je de maan bloedrond, vol vervoering van de eigen pracht dan zilver bloedeloos, bijna wit van de voortdurende moeite van het stijgen? Op het wateroppervlak rust hij lacht je toe tot een steen hem treft explosie van de maan in het water zijn licht versplintert op verbroken golven Schrik niet. Heel is zijn licht ook dat van jou in de spiegel opnieuw heel en helder het water sluimert intact is de nacht stil je gezicht uit verwondering
en straal Leg mijn droom bij die van jou ze liggen graag onder een deken Hart in hart een ogenblik een eeuw De boodschap bereikt ons we moeten ons toevertrouwen aan de sterkere wil In onze pupillen staat die ster die ons verbindt een woord uit glans een
geslepen traan Werp je angst in de lucht Bijna is je tijd om bijna groeit de hemel onder het gras vallen je dromen in het niets Nog geurt de anjer zingt de lijster nog mag je liefhebben woorden wegschenken nog ben je hier wees wat je bent geef
wat je hebt
Sonntag in BarcelonaKreis an Kreis in Kreisen ein alter Brauch in Barcelona tanzt das Volk Schwarz das Schiff die Seeschlacht schwarz man brachte aus Lepante das Kruzifix Kapelle rechts die Zeit hängt schwarz am langen Antlitz jahrhundertelang Kreis an Kreis in Kreisen tanzt mit wer will im leichten Schritt das Sonnenherz nimmt alle aus sonntags am Platz vor der Kathedrale in Barcelona gelassen tanzt das Volk Vergiß IIIVergiß die poetische Wahrheit Es gibt nur die Wirklichkeit sagen die Klugen Vergiß die Wirklichkeit Es gibt nur die poetische Wahrheit sagen die Träumer der wahren Wirklichkeit In alle WindeEinst war ich Scheherezade rettete mein Leben mit klugen Worten Heute richte ich meine Worte an keinen Kalifen ich vertraue sie meinem Spiegel an er strahlt sie in alle Winde
Schaut mich an mit vielen Augen der Spiegel
Ich geh von Gesicht zu Gesicht sie kennen mich nicht
Ich frage jedes wer du bist
Sie sagen lösch unsern Schatten Ich schöpfe den Spiegel leer bis kein Bild bleibt ab er die Schatten sind da
schaun mich an mit vielen Augen
R. Ausländer
Papierbogen Schneefläche gespannt auf der meine Finger pfeilen gleich fliegen zu ihrem Bestimmungsort Bestimmungswort
Wortreise minutenweit und weiter bis zum Punkt wo ich mich treffe mit deinem Wort
Die Sintflut Aufgeschoben
An der Regengrenze die Wölbung , an der alle Farben teilhaben
An denen wir Freigesprochene teilhaben Über die flüchtige Friedensbrücke gehn unsere Augen zeitverbunden
Mensch an Mensch an Mensch
Aus welchem Instrument tönt ihr Takt an unser Ohr
Musik sind wir ihre Stimme schwingt in uns
Hör die Erde tönen im Atemwort
Was Schreiben heiss sag nicht du weisst es
Das Wasser vielleicht treibendes getriebenes oder jagende Wolken
Ein Spiel mag sein Zeitzipfel aus Rosen Silben Schnee
R. Ausländer
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de Rijn - collage 30 x 40 cm
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canandanann 31-01-2012
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